Foto: Josemi Rodriguez

Das geschützte Biotop liegt mitten in Rioja Alavesa und in Blickweite von Laguardia.

Feuchtgebiete weisen eine große Artenvielfalt auf. In eher trockenen Landstrichen sind sie besonders bedeutsam.

Das geschützte Biotop umfasst drei kleine Hydrotope. Carralogroño und Carravalseca sind natürliche Binnengewässer ohne Abfluss. Prao de la Paul hingegen ist ein Staubecken, das künstlich auf einem Sumpfgelände angelegt wurde.

Hydrologie

Stehende Gewässer haben keinen Abfluss und sind für ihren Erhalt im Grunde auf Niederschlag angewiesen.

Der Wasserstand kann über die Jahreszeiten und Jahre sehr stark schwanken. Hohe Wasserstände wechseln sich mit völliger Austrocknung ab.

Die spätherbstlichen Niederschläge führen teilweise zu Überschwemmungen. Den höchsten Wasserstand erreichen sie hingegen im Frühjahr. Die geringeren Niederschläge und steigenden Temperaturen trocknen sie daraufhin bis auf ihren weißen Untergrund aus.

Die Farbe stammt von der Kruste, die sich bildet, wenn das Wasser verdunstet und das darin gelöste Salz ausfällt.

Am Ende des Sommers füllt das Herbstwetter die Seen wieder auf und der Kreislauf beginnt von Neuem.

Carralogroño und Carravalseca sind die einzigen noch verbleibenden Hydrotope der Gegend. Alle anderen mussten der Landwirtschaft weichen, wie z. B. Musco, das zwischen Carralogroño und Carravalseca gelegene Hydrotop.

Ökologie

Starken jahreszeitlichen Schwankungen unterworfene Lebensräume haben in der Regel eine sehr hohe Artenvielfalt. Und unter solch besonderen Bedingungen kann diese sehr spezielle Formen annehmen.

Foto: Aitor Ayesa

Die Wasserpflanzen sind weltweite Seltenheiten.

An das salzige Medium angepasste Binsen und Kräuter säumen die Ufer. Insbesondere Carralogroño hat ein großes Ried, das vielen Vogelarten als Lebensraum dient.

Denn nicht nur die Pflanzen, auch die Tiere sind einzigartig. Die wirbellosen Gattungen entsprechen jenen der mediterranen Küstenregionen.

Am auffälligsten sind die Vögel. Die natürlichen Seen sind ein hervorragender Rastplatz für Watvögel auf der Reise in den Süden.

Die jahreszeitlichen Schwankungen können dazu führen, dass Wasservögel nicht immer geeignete Nistplätze vorfinden.

Prao de la Paul führt hingegen das ganze Jahr über Wasser und Stockenten, Blässhühner und Haubentaucher weichen zum Brüten dorthin aus.

Hinweise für Besucher

Vogelliebhaber können das geschützte Biotop das ganze Jahr über besuchen, aber am meisten bekommen sie zwischen September und März zu sehen.

Am besten rüstet man sich mit Ferngläsern aus und verhält sich möglichst still, um die Tiere nicht aufzuschrecken.

Prao de la Paul hat besondere Bereiche zur Vogelbeobachtung sowie einen Uferweg und eignet sich daher besonders für einen Besuch.